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Versagen der Demokraten ermöglicht Trumps Sieg

trump__clintonDonald Trump verdankt seinen Wahlsieg der Mobilisierung von frustrierten, sich von der Politik nicht angemessen vertreten fühlenden Wählern. Besonders viele ältere, weiße Männer in den altindustriellen Staaten des „rust belt“ wählten Trump. Der vielzitierte „kleine Mann“, die einfachen, normalen Menschen, haben sich von den Demokraten abgewandt und einen republikanischen Milliardär zum Präsidenten gewählt. Sie sind der Auffassung, dass dieser ihre Interessen besser vertritt als die Kandidatin der Demokraten. Dies war möglich, weil die Demokraten seit vielen Jahren diese Wählerschicht, ihre ehemaligen Stammwähler, vernachlässigt haben. Sie kümmerten sich lieber um die Interessen der Wall Street und bestenfalls noch um Minderheiten. Die Inkarnation dieser Politik war die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton. Parteiintern setzte sie sich gegen jenen Kandidaten durch, der die Demokraten wieder zurückführen wollte zu ihren Wählern, Bernie Sanders. Dabei trat Sanders auch gegen die Parteiführung an, die Clinton in nicht regulärer Weise in den Vorwahlen unterstützte. Die Parteivorsitzende der Demokraten musste unmittelbar vor dem Nominierungsparteitag wegen dieser Unterstützung Clintons zurücktreten. Auch wenn Sanders zur Wahl Clintons aufrief und diese viele Positionen von Sanders übernahm, haben zu viele an den Worten der Kandidatin gezweifelt: Zu oft hatte sie und die Führungsspitze der Demokraten anders gehandelt.

Bild von Donald Trump August 19, 2015 (cropped).jpg: BU Rob13 Hillary Clinton by Gage Skidmore 2.jpg: Gage [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Ukraine: Quod licet Iovi, non licet bovi

Geht es um Krieg oder Frieden, werden überall auf der Welt die Medien gleichgeschaltet. Differenzierungen sind da unerwünscht. Auch bei uns. In der freien Welt mit ihren freien Medien. Deshalb wird seit Tagen der Konflikt in der Ukraine in den westlichen Medien wie folgt beschrieben:

Lupenreine Demokraten haben zu Recht einen furchtbaren Diktator aus dem Land gejagt, der in Russland Unterschlupf fand. Putin besetzt daraufhin völkerrechtswidrig und gegen den Willen der Ukrainer deren Land und führt die Welt  an den Rand eines Krieges. Pfui.

Denkbar ist aber auch folgende Version. Der gewählte und amtierende Präsident der Ukraine, Viktor Janukowitsch, lehnt ein ausverhandeltes Abkommen mit der Europäischen Union ab und bekräftigt stattdessen das Bündnis mit Russland. Mit Hilfe nicht demokratisch legitimierter und aus dem Westen unterstützter und gesteuerter Kräfte wird er daraufhin im Wege eines Staatsstreiches gestürzt, um prowestliche Machthaber zu installieren. Putin schützt auf der Grundlage bestehender Verträge die in der Ukraine lebenden Russen, die im Osten des Landes und insbesondere auf der Krim die Mehrheit der Bevölkerung stellen.

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte: Für Putin gehört die Ukraine zum Einflussbereich Russlands. So wie Lateinamerika oder der Nahe Osten aus Sicht der USA zu deren Einflussbereich gehören. Einflussnahmen anderer Kräfte werden im Keime erstickt. Dies gilt so für Russland. Und dies gilt so auch für die USA. Für unsere sogenannten freie Medien aber gilt offenbar: Quod licet Iovi, non licet bovi. Leider.