Kategorie-Archiv: Sport

Beckenbauer: 5,5 Mio € für Ehrenamt

Frankfurt/München (de) – Franz Beckenbauer hat 2006 vom DFB einen Betrag in Höhe von 5,5 Millionen Euro  erhalten. Das Geld stammte aus dem für die WM-Organisation gedachten Sponsorengeld. Beckenbauer hatte stets betont, ehrenamtlich für das WM-Organisationskomitee gearbeitet zu haben. Über seine Anwälte ließ er mitteilen, dass er das Geld nicht für seine Arbeit im Komitee, sondern im Rahmen seiner Werbetätigkeit erhalten und unverzüglich versteuert habe. Der DFB zahlte nach einer Betriebsprüfung 2010 Steuern auf den Betrag. Beckenbauer erstattete diese im März des Folgejahres.

KSV Hessen Kassel – alles wie früher

11163556_1060859350610448_1518761089_oAngelockt vom guten Tabellenplatz habe ich nach langer Zeit mal wieder ein Spiel des KSV besucht und stelle freudig fest: Alles war wie früher.

Wie schön und einfach war früher das Fußballspiel. Hinten standen richtige Verteidiger, die ihren Mann deckten. Zusätzliche Sicherheit brachte ein Ausputzer, an dem kein Stürmer vorbei kam – jedenfalls nicht lebend. Für das Spiel nach vorne hatte man einen Spielgestalter oder Regisseur, der das Spiel mit weiten Pässen über 40, 50 oder gar 60 Meter öffnete. Es gab richtige Außenstürmer, Flankengötter, die mit ihren butterweichen Flanken den Mittelstürmer, auch Bomber oder Kopfballungeheuer genannt, bedienten. Und die Trainer entschuldigten sich nicht, wenn die eigene Mannschaft ein Tor aus einem Eckball oder Freistoß heraus erzielte.

Und heute? Das Unglück begann mit der Einführung der Raumdeckung. Nicht nur, dass sie den durchschnittlichen Fußballer nebst seinen Zuschauern intellektuell überfordert. Sie ist bereits im Ansatz verfehlt, weil Räume erweislich keine Tore schießen. Warum sollte man sie also decken? Es folgte die Erfindung sogenannter Laufwege für jeden einzelnen Spieler. Auch dies ist bereits im Ansatz verfehlt: Käme es beim Fußball auf das Laufen an, hieße das Spiel Laufball und nicht Fußball. Und nur am Rande: Was hätte wohl ein Günter Netzer oder ein Wolfgang Overath gesagt, wenn ihre Trainer sie hätten nötigen wollen, den Mittelkreis zu verlassen, um auf dem Spielfeld ohne Ball und damit sinnentleert hin und her zu rennen? Völlig pervertiert wurde das Fußballspiel aber von einer spanischen (sic!) Mannschaft aus Katalonien. Das Spiel dieser Männer, keiner übrigens größer als 1,60 m, beruht auf der leider nicht unzutreffenden Annahme, dass der Gegner kein Tor schießen kann, solange man selbst den Ball hat. Folglich spielen sie sich den Ball solange mit risikolosen Pässen – alle nicht länger als fünf Meter – zu, bis sie den gegnerischen Fünfmeterraum erreicht haben. Noch dort überlassen sie dem besser postierten Spieler den Ball, der diesen dann über die Torlinie – nun ja befördert, natürlich mit dem Innenrist. Aber nicht nur, dass sie selbst es ablehnen, vernünftig Fußball zu spielen, sie lassen es auch nicht zu, dass zumindest der Gegner dies tut. Verlieren sie einmal den Ball, ziehen sie sich nicht zurück, sondern stürzen sich sofort mit allen verfügbaren Spielern auf den Gegner. Jeder Spielfluss wird damit bereits im Keim erstickt.

Und der KSV heute? Macht genau das Gegenteil und spielt so wie früher. Verteidiger, die diesen Namen auch verdienen. Lange Bälle nach vorne, auch wenn diese zu 80% beim Gegner landen. Außenstürmer, die noch flanken können. Bei Ballverlust sofortiger Rückzug, um die eigene Verteidigung tief staffeln zu können. Und vor allem hat man einen Trainer, der sich auch dann über ein Tor freut, wenn es aus einer Standardsituation heraus fällt.

Fazit: Wer wieder einmal ein richtiges Fußballspiel sehen will, sollte unbedingt ins Auestadion kommen.